Heiße Gedanken 💭
Tagebuch – 21. Mai Ich kann mich nicht erinnern, wann mich das Verlangen das letzte Mal so überwältigt hat. Es begann schon am Nachmittag. Ein Gedanke nur – flüchtig, aber er blieb haften: Wie es wäre, ihn zu berühren, ihn zu schmecken. Ich saß da, mein rotes Haar fiel mir ins Gesicht, während ich versuchte, mich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren. Vergeblich. Der Wunsch war längst stärker als ich. Ich spürte, wie meine Haut sensibler wurde, wie meine Fantasie sich verselbstständigte. Ich stellte mir vor, wie es wäre, mich ihm einfach hinzugeben – ihn entscheiden zu lassen. Und doch wusste ich, dass ich mit jeder Bewegung, jedem Blick selbst das Spiel lenken würde. Es ist dieser Tanz, der mich so wahnsinnig macht: geführt zu werden, und doch diejenige zu sein, die alles entfacht. Als er später die Tür öffnete, war es, als hätte er meine Gedanken gelesen. Kein Wort über das Offensichtliche – nur ein Lächeln, ein Griff an mein Kinn, sein Daumen über meine Lippe. „Du siehst aus, als hättest du heute etwas vor“, sagte er. Ich antwortete nicht. Ich ließ nur mein Haar über meine Schulter fallen, drehte mich um – langsam –, und wusste, dass er mir folgen würde. Er nahm sich Zeit. Er wollte jede Regung sehen, jede Gänsehaut spüren. Und ich ließ es zu. Weil ich es wollte. Weil ich ihn wollte – nicht zaghaft, nicht leise. Sondern fordernd, bestimmend, mit dem vollen Gewicht dieser Lust, die sich schon den ganzen Tag in mir aufgebaut hatte. Jetzt, Stunden später, vibriert mein Körper noch immer von seiner Stimme, seiner Präsenz, seiner Stärke. Ich war sein – ganz. Und ich war dabei, wie Feuer. Rot. Wild. Ungezähmt. Und ich weiß: Ich werde es wieder wollen. Bald.