Das Geschäft mit Getragenem: Warum gebrauchte Wäsche boomt

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Das Geschäft mit Getragenem: Warum gebrauchte Wäsche boomt

4.200 Euro für einen einzigen Slip, drei Wochen am Stück getragen: Von diesem Fall berichtet das Magazin FORUM über eine Studentin, die der Cosmopolitan von einem Deal mit einem Stammkunden erzählte. Die Summe markiert einen extremen Einzelfall. 

Doch warum zahlen Menschen überhaupt viel Geld für Textilien, die ihren praktischen Nutzen längst verloren haben?

Das Phänomen gebrauchter Wäsche hat viel mit der Nase zu tun und noch mehr mit Magie. Gerüche wecken Erinnerungen und Gefühle besonders heftig, und dazu kommt der Glaube, dass an einem getragenen Stück etwas von der Person haften bleibt, die es am Körper hatte. Deshalb zählt für Käufer gerade das Ungewaschene. 

Weil große Portale wie eBay solche Angebote verbieten, hat sich die Nachfrage eigene Marktplätze gesucht.

Vom Ladenlokal in Tokio zur digitalen Plattform

Die Wurzeln des organisierten Handels liegen im Japan der frühen 1990er-Jahre. Dort etablierte sich für das Geschäft der Begriff „Burusera“, zusammengesetzt aus den japanischen Bezeichnungen für Turnhose (burumā) und Matrosen-Schuluniform (sērā-fuku). In Tokio öffneten damals erste spezialisierte Läden, die gebrauchte Wäsche anboten. Drei Stationen markieren den Weg von diesen Ladenlokalen zum heutigen Online-Handel:

  • Um 1993 erreichte das Geschäft einen ersten Höhepunkt, und mit ihm kamen die ersten Polizeieinsätze.
  • 2004 griff die Präfektur Tokio gezielt ein und untersagte in ihrer Jugendschutzverordnung den Ankauf getragener Wäsche von Minderjährigen. Andere Ballungsräume zogen mit ähnlichen Regeln nach.
  • Nach dem Verbot wanderte der Handel ins Netz, wo in Foren und Newsgroups schon länger getauscht wurde. Die Läden machten nur noch unauffällig weiter, und heute übernehmen eigene Plattformen die Vermittlung.

Auch deutschsprachige Medien haben das Thema entdeckt. 2018 porträtierte das Magazin FORUM Verkäuferinnen und ihren Alltag. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zeigt das funk-Format „reporter“ einen Selbstversuch in der ZDF-Mediathek unter dem Titel „Cash für getragene Unterwäsche?“.

Warum löst ausgerechnet ein ungewaschener Stoff eine so starke Anziehung aus?

Was im Kopf passiert, wenn Stoff nach einem Menschen riecht

Die Nase hat einen eigenen Weg ins Gefühlszentrum. Bilder und Töne laufen im Gehirn zuerst über eine Schaltstelle, die wie ein Filter sortiert. Ein Duft lässt diese Schaltstelle aus und gelangt über das Riechzentrum weiter zu dem Bereich, der Gefühle bewertet.

Eine Psychologin hat in Versuchen getestet, was ein Duft mit Erinnerungen macht. Ihre Teilnehmer bekamen denselben Auslöser mal zu riechen, mal zu sehen, mal zu hören. Beim Geruch erinnerten sie sich nicht genauer, doch ihre Gefühle waren messbar stärker.

Warum ungewaschen mehr wert ist

Der Geruch erklärt, warum ein getragenes Stück etwas auslöst. Den Preis erklärt er nicht. Bezahlt wird vor allem das Gefühl, etwas von einem bestimmten Menschen in den Händen zu halten. Für dieses Gefühl hat die Forschung drei Erklärungen:

  • Wir gehen unbewusst davon aus, dass bei Berührung etwas von einem Menschen auf einen Gegenstand abfärbt. Forscher um Rozin nannten das magisches Ansteckungsdenken. 2011 zeigte sich an Dingen von Prominenten, dass Leute ein Stück umso eher kaufen wollen, je mehr Körperkontakt es hatte.
  • Wird der Pullover eines Prominenten sterilisiert, sinken die Gebote deutlich, wie eine Studie zeigt. Eine Reinigung zerstört genau jene unsichtbare Verbindung, die den Reiz ausmacht. In derselben Studie stiegen bei Stücken aus Nachlässen wie dem von John F. Kennedy die Gebote mit dem vermuteten Körperkontakt.
  • Man kann an jemandem hängen, den man nur aus den Medien kennt, fast wie an einem Bekannten. Fachleute nennen diese einseitige Bindung eine parasoziale Beziehung. Ein getragenes Stück dieser Person kann die Bindung greifbar machen, denn es lässt sich tatsächlich in die Hand nehmen.
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Wo spezialisierte Börsen und strenge Verbote den Handel bestimmen

Gekauft und verkauft werden solche Stücke über eigene Marktplätze für gebrauchte Wäsche. Diese Fetisch-Marktplätze im DACH-Raum verdienen ihr Geld im Wesentlichen auf zwei Arten:

  • Das Provisionsmodell: Portale wie TastySlips organisieren den Verkauf über einen integrierten Käuferschutz und behalten laut einem Branchen-Vergleichsportal 30 Prozent Provision ein. Nach eigenen Betreiberangaben verzeichnet die Plattform über 400.000 Verkäufer.
  • Das Mitgliedschaftsmodell: Plattformen wie CrazySlip überlassen die Bezahlung den Beteiligten. Das Inserieren ist für Anbieterinnen kostenlos, während Interessenten für den Nachrichtenaustausch eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft abschließen müssen. Nach Angaben des Betreibers wuchs die Community von rund 150.000 Mitgliedern im Jahr 2018 auf heute etwa 500.000 Nutzer an.

Wer es stattdessen bei eBay, Vinted oder PayPal versucht, stößt auf klare Verbote und riskiert im schlimmsten Fall sein Konto:

Plattform / DienstGeltende RichtlinieMögliche Konsequenz
eBayGebrauchte Unterwäsche und Socken sind unzulässig. Verboten sind auch Beschreibungen oder Bilder, die Artikel fetischisierenGestaffelte Maßnahmen bis zur Kontosperre
Vinted & willhabenVinted untersagt getragene Unterwäsche und Fetischartikel; willhaben verbietet gebrauchte oder verunreinigte Kleidung (Unterwäsche, Socken, Schuhe) sowie FetischangeboteGestaffelte Sanktionen bis zur Kontosperre
PayPal & StripePayPal untersagt Transaktionen für bestimmte sexuell orientierte Güter oder Dienste; Stripe schließt Fetisch-Dienste ausKonten riskieren eine Einschränkung
Meta (Instagram & Facebook)Die Gemeinschaftsstandards verbieten Angebote von Dienstleistungen mit Fetisch- oder DominanzbezugEntsprechende Inhalte werden entfernt

Auch der Ausweg über soziale Netzwerke hat seine Tücken. Ohne Marktplatz fehlt jeder Käuferschutz, und wegen der Inhaltsrichtlinien können Beiträge jederzeit gelöscht werden.

Welche Beträge im Alltag realistisch sind, beschrieb eine 27-jährige Datenanalystin aus Berlin im Gespräch mit Berlin Live: Sie verkaufte getragene Socken meist für 30 Euro pro Paar, während Unterwäsche zwischen 30 und 100 Euro einbrachte. Über diesen Weg erzielte sie im Durchschnitt etwa 300 Euro monatlich, bei Schwankungen mit besseren und schlechteren Monaten.

Ein Nebenverdienst wie dieser ist schnell mehr als ein Hobby. Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkauft, gilt als gewerblich, und dann muss nach Einschätzung von Steuerberater Matthias Steger ein Nebengewerbe angemeldet werden, unabhängig von der Höhe der Einnahmen.

Ein Paar Socken für 30 Euro ist noch die bodenständige Seite des Geschäfts. Das Spektrum reicht bis zu weit kurioseren Objekten.

Wenn Badewasser zum Sammlerstück wird

Den bekanntesten Beleg dafür, wie weit die Zahlungsbereitschaft von Fans reicht, lieferte im Sommer 2019 die Influencerin Belle Delphine. Unter der Bezeichnung „GamerGirl Bath Water“ verkaufte sie ab dem 1. Juli abgefülltes Badewasser für 30 Dollar pro Glas. Die erste Charge war bereits nach drei Tagen restlos vergriffen.

Dass ein solcher Verkauf an den Nutzungsregeln der Zahlungsanbieter scheitern kann, bekam Delphine selbst zu spüren. 2024 berichtete sie im Gespräch mit NBC News, PayPal habe ihr Konto gesperrt und rund 90.000 Dollar aus den Verkäufen einbehalten. Der Fall verdeutlicht zweierlei: Der Marktwert entsteht durch die Bindung an eine konkrete Figur, und die tatsächlichen Grenzen des Geschäfts ziehen die Zahlungsanbieter.

Abseits solcher Ausreißer sind Slips das Kernprodukt. Daneben prägen getragene Socken und Schuhe das Angebot auf den Plattformen.

Dass ein Fetisch für getragene Sachen auffallend oft bei den Füßen ansetzt, lässt sich sogar in Zahlen fassen. Forscher um Scorolli haben 381 Online-Gruppen zu sexuellen Vorlieben ausgewertet, mit zusammen mindestens 5.000 Mitgliedern. Vor allem zwei Bereiche stachen dabei heraus:

  • Körperteile (33 Prozent): Am häufigsten ging es um den Körper selbst, allen voran um die Füße.
  • Gegenstände (30 Prozent): Knapp dahinter folgten Dinge, die eng am Körper waren. Auch hier lag der Fuß vorn, etwa mit Socken oder Schuhen.

Für viele Fans entscheidet vor allem, von wem ein Stück stammt.

Warum der direkte Kontakt zur Creatorin den Ausschlag gibt

Wie erreicht man die Creatorin selbst? Auf den großen internationalen Plattformen stößt man dabei an formale Grenzen. Netzwerke wie OnlyFans bieten keinen offiziellen Rahmen für physische Artikel und untersagen Treffen sowie Geschäfte außerhalb der Plattform.

AmateurFans ist auf den deutschsprachigen Raum ausgerichtet und bringt über zwei Millionen registrierte Nutzer mit rund 18.000 Amateuren zusammen. 

Wer dort eine Creatorin sucht, filtert die Profile nach Interessen, Tags, Region, Alter und Aussehen. Bevor man sie im privaten Chat anschreibt, kann man ihre Fotos und Videos ansehen und in ihrem Weblog mehr über sie erfahren.

Spätestens vor der ersten Nachricht stellen sich ein paar naheliegende Fragen: Wer sitzt da wirklich, wie läuft das Gespräch, was kostet ein Sonderwunsch, und wie viel gibt man selbst von sich preis?

  • Jeder Amateur hat eine Identitätsprüfung per Ausweis hinter sich, und rund um die Uhr ist eine Moderation im Einsatz. Beides soll gefälschte oder irreführende Konten deutlich seltener machen.
  • Im Einzelchat schreibt man sich, schickt Sprachnachrichten oder Dateien hin und her.
  • Ein Wunsch wie ein personalisiertes Fotoset läuft über private Anfragen und flexible Coins. Man zahlt nur für das, was man wirklich möchte, ein Abo braucht es dafür nicht.
  • Man selbst kann komplett anonym bleiben, und auch auf dem Kontoauszug taucht der Name des Portals nicht auf.

Was Creator und Fan im Chat miteinander ausmachen, entscheiden die beiden selbst.

Was sich nicht kopieren lässt

In einer Medienwelt, in der digitaler Content endlos kopiert und geteilt werden kann, verliert das Beliebige an Reiz. Was selten bleibt, ist das greifbare Unikat: ein Kleidungsstück, das ein bestimmter Mensch getragen hat und das sich nicht per Mausklick vervielfältigen lässt.

So erklären sich auch die 4.200 Euro vom Anfang. Bezahlt hat der Stammkunde wohl weniger den Slip selbst als die drei Wochen, in denen die Studentin ihn am Stück trug.

Wenn Dir wichtig ist, wer hinter einem Profil steckt, kannst Du Creator auf amateurfans.com im Chat anschreiben und kennenlernen:

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Wer als Creatorin die Bindung zur eigenen Community vertiefen und maßgeschneiderte Extras anbieten möchte, nutzt dafür livecreator.com, den Creator-Zugang von AmateurFans:

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Vier Fragen, die beim Thema getragene Wäsche immer wieder auftauchen

Warum kaufen Menschen getragene Kleidungsstücke im Internet? 

Weil Körpergeruch starke Gefühle weckt und Käufer unbewusst annehmen, dass an getragener Kleidung etwas von ihrem Träger oder ihrer Trägerin haften bleibt. 

Woher stammt das Phänomen gebrauchter Wäsche? 

Der organisierte Handel nahm seinen Anfang in den frühen 1990er-Jahren in Japan, wo spezialisierte Läden unter dem Schlagwort „Burusera“ getragene Schuluniformen und Sportkleidung anboten. Der Begriff selbst ist älter und geht auf eine redaktionelle Rubrik namens „Gekkan Buru-Sera Shinbun“ zurück, die ab 1985 in der japanischen Zeitschrift „Netsuretsu Tōkō“ erschien.

Warum nutzen Creator im DACH-Raum Plattformen wie amateurfans.com?

Weil dort Reichweite und Vertrauen schon vorhanden sind, die man sich allein erst mühsam aufbauen müsste. amateurfans.com erreicht ein deutschsprachiges Publikum von über zwei Millionen registrierten Nutzern, und da alle Amateure per Ausweis verifiziert sind, wissen Fans, dass hinter dem Profil eine geprüfte Person steht. 

Welche getragenen Gegenstände sind am gefragtesten? 

Vor allem Slips, daneben Socken und Schuhe. Selbst für Socken nennt der Betreiber von CrazySlip eine typische Spanne von 20 bis 100 Euro pro Verkauf.


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Posted by AmateurFans Team

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